(hc – ke) Erfahrungsbericht eines (erwachsenen) Betroffenen
10. Oktober 2007: Heute ist der Termin für den „Runden Tisch zur Situation der Jugend“. Ich freue mich auf einen regen Gedankenaustausch mit den Jugendlichen, um mich von ihren Ideen inspirieren zu lassen und sie mit Rat und Tat zu unterstützen. Dieser Vorsatz gilt nicht nur für mich, sondern auch für die anderen Teilnehmer (Erwachsenen), die sich an diesem Tag eingefunden haben. 17:00 Uhr ist als Zeit festgelegt worden. 30 Minuten sind vergangen und kein Jugendlicher hat den Weg zu uns gefunden. Im Vorfeld vier bis fünf Absagen, aber damit muss man leben. Enttäuschung macht sich unter den Erwachsenen breit.
Es fallen Aussagen, wie „Wir wollen die Jugendlichen doch unterstützen. Warum verstehen sie das nicht? Warum interessiert sich keiner für diesen „Runden Tisch“? Was ist los?“ Nach etwas mehr als einer halben Stunde betritt der erste Jugendliche, der einzige für diesen Abend, den Raum. Es stehen so interessante Themen auf der Tagesordnung, wie Beachvolleyballplatz, Shuttle-Bus- Fahrt und noch jede Menge Platz für andere Ideen von Jugendlichen. Nun sitzen wieder sechs Erwachsene zusammen und machen sich Gedanken über die Belange der Jugendlichen. Dabei sollte es ein Dialog werden, geprägt von Ideen und Engagement. Frust und Enttäuschung machen sich breit. Ja, auch wir Erwachsenen haben derartige Empfindungen.
Wir sind einstimmig der Meinung, dass wir noch einen Versuch starten wollen, um Jugendliche für diesen Dialog zu gewinnen. Bisher wurden die Teilnehmer zum „Runden Tisch“ einschließlich der Jugendlichen schriftlich eingeladen. Grundlage war ein Beschluss des Jugend-, Familien-, Sozialausschusses der Gemeinde Herzebrock-Clarholz von Februar 2006, der ursprünglich ein 12 Personen starkes Gremium mit Vertretern des Kreisjugendamtes, der Jugendhäuser, der von-Zumbusch- Haupt- und Realschule u. a. festgelegt hatte. Neu ist der Vorschlag, den „Runden Tisch“ für alle Jugendlichen zu öffnen. Jugendliche, die sich angesprochen fühlen, engagiert und kontinuierlich mit uns zusammenzuarbeiten, sind herzlich eingeladen. Wir brauchen Euch für diesen Dialog, sonst reden wieder nur Erwachsene über Jugendliche und deren Belange. Wir wollen mit Euch neue Ideen entwickeln und Euer Engagement fördern.
Wir tun es für Euch, mit Euch. Vergebt diese Chance für Euch nicht und macht Euch auf den Weg!
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