(hc – Christian Vetere) Es ist Sonntag morgens. An einem Platz, auf dem wenige Stunden zuvor eine Party stattgefunden hat, die scheinbar einer „freie Pillen für alle“-Kampagne auf der Loveparade glich. Es ist an einem Ort, der sich mal Spielplatz nannte und der wie jedes Wochenende in einen Sammelcontainer für Altglas, Pfandflaschen und überhaupt jedem Müll umfunktioniert wird. Jetzt im Morgengrauen schaut er so aus, als sei eine Bombe unmittelbar in die Mülldeponie eingeschlagen. Rentner sprechen von teilweise schlimmeren Bildern, als man sie von den Orkanen und Erdbeben aus den Nachrichten kennt. Ahnungslose Hundebesitzer glauben ein Ufo sei abgestürzt, wenn der Wuffi plötzlich mit undefinierbarem Schrott im Mund aus dem Gebüsch springt. Das waren Jugendliche! (schallt es aus den umliegenden Seniorenküchen) Und tatsächlich: Man fragt sich mittlerweile immer häufiger, ob man einen Trend verpasst hat. Dieser Gedanke kommt einem häufig, bei dem Anblick einiger halbwüchsiger Biergenießer. Sie veranstalten Krawalle, wie sie beim G8 Gipfel an der Tagesordnung stehen. Doch bei der Frage nach dem „warum”, bekommt man zu hören, dass es „cool” sei, seinen Müll nicht wegzuräumen und das eigentlich unbewachsene Territorium der Parkbank mit Bier und Spucke zu bewässern. Doch wer setzt den Jugendlichen diesen Floh ins Ohr? Wer setzt diesen Trend und bestimmt, dass Müll und Dreck hinterlassen „cool” ist?
Es ist eine Minderheit, die trotz Erziehung und dem Anspruch an eigene Sauberkeit immer wieder die Definition eines Mülleimers verlernt. Und trotzdem sind alle, besonders die Jugendlichen mit einem halbwegs klaren Weltbild von dieser Problematik betroffen. Ein Kinderspielplatz, der Samstagabends zu einer „Wodkaflaschen -Weitwurf-Arena” mutiert, ist genauso uncool wie öffentliche Toiletten, die den Plumpsklos des mittelalterlichen Paris gleichen. Diese Dinge sind ein Bild für Jugendliche ohne Zivilcourage. Auch wenn es für einige von ihnen „uncool” ist, dieses Wort buchstabieren zu können, muss ihnen dieser
Neueste Kommentare