Musik kostenlos und legal aus dem Netz!

2 01 2009

(hc – Bastian Becker) Musik ist für viele von uns eine ganz besondere Sache. Man verbindet mit Musik nicht nur Emotionen, sondern passt die Musikrichtung der jeweiligen Stimmung an. Bei der Fülle an Bands, Newcomern und Stars kann der Geldbeutel eigentlich gar nicht groß genug sein – unmöglich, sich alle Lieder zu kaufen, die man gerne hört und auf dem heimischen Rechner oder dem MP3-Player haben möchte.

Jeder vierte jugendliche Musikliebhaber lädt daher Songs aus dem Netz – meist illegal. Nicht nur, dass man stetig Gefahr läuft auf Schadenersatz verklagt zu werden, viele plagt auch ein schlechtes Gewissen. Oft ist dann aber der Drang nach der neusten „Mucke“ stärker als das Unrechtsbewusstsein. Aber es gibt Abhilfe für all diejenigen, die topaktuell bleiben wollen und keinen Cent dafür ausgeben möchten: www.ChiliRec.com. ChiliRec.com ist ein kostenloser Radio-Rekorder, der aus Hunderten von (Online-)Radiosendern (z.B. Chaosradio, Shoutcast-Stations) völlig selbstständig Titel für Titel auf einer virtuellen Festplatte aufzeichnet. Der Dienst lässt sich nach einer simplen Anmeldung auf der Webseite nutzen und nach 2-3 Tagen sind schon einige tausend Titel aufgenommen. Nun kann man nach Interpret, Titel und Musikrichtung suchen oder in den Kategorien stöbern. Sobald die Songs ausfindig gemacht wurden, können sie direkt ohne Umwege angehört und gedownloaded werden.

Die Musikdatei im MP3-Format ist bereits fertig geschnitten – nur in seltenen Fällen sind noch wenige Sekunden vor oder nach dem eigentlichen Song enthalten. Diese „unsauberen“ Abschnitte lassen sich aber mit einem Musikschnittprogramm (z.B. Audacity, OSS, Win/Mac/Linux, http://audacity.sourceforge.net) einfach entfernen. Zudem sind sämtliche Tags (eng. Bezeichnung, z.B. Künstler, Titel, Album) bereits in der MP3-Datei gespeichert. Das Aufnehmen von Radiosendern (bzw. Songs) aus dem Netz ist legal, ähnlich wie das speichern von Radiosendungen auf einer Kassette. Einzige Voraussetzung ist, dass die Musik nur für private Zwecke (keine öffentliche Aufführung, File Sharing etc.) benutzt wird.

Insgesamt also eine legale, einfache und zudem kostenlose Möglichkeit, seine Musiksammlung stetig zu erweitern. Einziges Manko sind die evtl. nötigen Schnittarbeiten, falls mal ein Titel nicht 100%ig sauber aufgenommen wurde (und man sich damit nicht zufrieden geben möchte).





Wir alle lieben SchülerVZ!

27 06 2008

(hc – Bastian Becker) Okay, fast alle. Ich gehöre wohl zu den 0,1% Jugendlichen in Deutschland, die diesem Vernetzungswahn lieber entgehen. Alle meine Freunde gehören irgendeinem VZ (Verzeichnis) an, sei es StudiVZ (auch wenn sie nicht studieren), SchülerVZ, MeinVZ (der Vollständigkeit sind sie auch hier angemeldet…) und nebenbei noch MySpace oder Facebook. Die Frage, die sich mir stellt ist: Was zum Teufel ist so interessant an diesen Social-Networking-Plattformen?

Man muss die Nutzer mal beobachten, wenn sie sich auf den verschiedenen Plattformen tummeln. Es werden Nachrichten mit Inhalt wie: „Jo alter was geht, HDGDL!“ verschickt, Sauf-Fotos mit dem passenden Profil verlinkt und das Adventure „Wer ist in den meisten und coolsten Gruppen Mitglied?“ gespielt. Ah, die wichtigste Sache habe ich vergessen: Alle möglichen Leute, die man irgendwo mal auf der Straße gesehen hat, als Freunde hinzufügen. Alle, die weniger als 50 „Freunde“ in der Liste haben, sind Kellerkinder. Viele verbringen einige Stunden täglich auf diesen Plattformen, in der Schule, zu Hause, im Café. Doch, was bringt es eigentlich? Schreiben kann ich mit meinen (echten) Freunden auch per ICQ oder Jabber. Liegt die Motivation darin, am meisten Freunde zu haben? Sich so darzustellen,wie man gerne wäre, aber nicht ist? Möchte man mit Sauf-Fotos seine Trinkfestigkeit unter Beweis stellen? Leute fertig machen, die sich anders verhalten als die Masse?

Ich weiß es nicht. Eine gute Sache hat es ja: mit meinem Pseudonym kann ich mir wenigstens peinliche Fotos und dümmliche Kommentare anschauen, die ich wohl sonst nie zu Gesicht bekommen hätte. Was motiviert euch zur Mitgliedschaft bei SchülerVZ und Co.? Schreibt uns eure Meinung in unserem neuen Blog auf www.jugend-seite.de!





Gefahren des Internets – Die Exhibitionierung

1 11 2007

(hc – Bastian Becker) Beinahe jeder von uns nutzt es täglich – das Internet. Wir werden gerne in den Medien als die„Internetgeneration“ bzw. die „Generation der digitalen Informationstechnologie“ bezeichnet. Egal ob zur Recherche für Schule & Beruf, um neue Leute kennen zu lernen oder um sich ein „Second Life“ im Netz aufzubauen, geben wir oftmals ganz intime Dinge von uns preis – die uns früher oder später zum Verhängnis werden können. In diesem Artikel möchte ich nicht auf die „standardisierten“ Gefahren des Internets wie die auf keinen Fall ungefährliche Weitergabe von Adressdaten etc. in Chats eingehen.

Vielmehr geht es mir um Aufklärung in einem ganz bestimmten Fall: über die mögliche Verwendung der persönlichen Daten aus so genannten „social networks“. Jeder kennt sie – fast jeder nutzt sie: „YouTube“, „Flickr“, „MySpace“, „Schüler- bzw. StudiVZ“, „Second Life“ und Co. Blinkende Werbebanner buhlen um die junge Kundschaft – um vermeintlich unverzichtbare Nutzerprofile, um neue Leute kennen zu lernen, der Welt zu zeigen, was man doch für ein toller Hecht ist. Für Mama, Papa & Co. ein echter Schreck – für die Freunde ein toller Gag. Doch, wie wirkt der Inhalt dieser Seiten auf andere, z.B. den zukünftigen Chef? Stellen wir uns einmal folgende Szene vor: Tim Mustertyp bewirbt sich bei der Firma XYZ um einen Ausbildungsplatz als Industriekaufmann. Seine Noten sind okay, genauso wie sein Lebenslauf, sein Anschreiben und seine Praktikumszeugnisse. Als eines seiner Hobbies gibt er im Lebenslauf beiläufig, fast vernachlässigend, „Computer & Internet“ an. Daraufhin „googelt“ der Personalleiter Herr Ernst nach Tim Mustertyp – prompt findet sich sein MySpace-Profil auf Platz 1 der Googleliste. Der Personalleiter ist sehr interessiert an den letzten Einträgen in Tim’s Blog, die beinahe lückenlos sein Wochenendablauf beschreiben. „Geile Tussen, geiler Alk, geile Schlägerei!“ schreit ein Eintrag in seinem Blog fast nach dem Klick mit der Maus auf diesen Artikel. Herr Ernst, der Personalleiter, ist überrascht darüber, was Tim noch so alles als Hobbies aufführt und wie seine Freizeitgestaltung in Wirklichkeit aussieht. Nämlich ganz anders als im Lebenslauf. Den Ausbildungsplatz kann er nun jedenfalls vergessen, und das nur deshalb, weil er unbedingt seine Saufexesse im Internet der breiten Öffentlichkeit zur Schau stellen musste.

Also seit vorsichtig mit dem, was ihr im Internet über euch preisgebt. Auch wenn es vielleicht keine „Saufexesse“ sind, die sich später einmal negativ auf eure Berufschancen auswirken könnten, so sollte man stets im Hinterkopf behalten, dass jeder Eintrag den man mal geschrieben hat, eine lange Zeit im Internet erhalten bleibt, auch wenn er gelöscht worden ist. Google, Lycos, Yahoo und wie sie alle heißen sind sozusagen das Langzeitgedächtnis des Internets, sie finden Dinge, die eigentlich gar nicht mehr existieren. Und wenn auch dort mal nichts mehr zu finden ist, so findet man unter www.archive.org eine Möglichkeit, sich zurück zu beamen, in eine Zeit, in der man vielleicht noch ganz andere Ansichten vertreten hat als man es heute tut. Und das für immer und ewig. In diesem Sinne, erst überlegen – dann handeln. Das gilt im realen Leben wie auch im Internet. Mal so am Rande: Gut, dass ich einen Namensvetter als bekannten Fußballspieler habe. So sind die ersten Plätze bei Google schon für jemand anders reserviert ;-)